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Der Lehrmeister ist nicht mehr - "Ela" Zeichmann gestorben

zeichmann 1973

 Stefan "Ela" Zeichmann ist am 28. August plötzlich und unerwartet im 76. Lebensjahr gestorben. Diese erschütternde Nachricht erreicht uns aus dem benachbarten Siegendorf. Sein Name ist untrennbar mit dem Aufstieg des SV Sankt Margarethen von der grauen Fußballmaus zum Landesligatradionsverein verbunden. Zwei der vier Meistertitel des SV Sankt Margarethen sind mit seinem Namen verbunden. Archivar Anton Pascher sprach in seinen Ausführungen immer von der "Zeichman Elf", die er bis in die Landesliga führte. Ein Nachruf:

Zimmermann und Techniker

Stefan Zeichmann wird 1944 in Siegendorf geboren, in eine Fußballhochburg. Siegendorf ist damals neben dem SC Eisenstadt und dem SV Mattersburg einer der besten Vereine im Burgenland, spielt in der zweithöchsten und dritthöchsten Liga. Viele Siegendorfer Fußballer werden in der Bundesliga (Staatsliga, Nationalliga, Erste Division)  kicken, Alfred Eisele, Thomas Parits, Josef Granabetter, Gerhard und Heinrich Horvath, Rudolf Neubauer, Josef Rohrer und Johann Wlasits werden in der höchsten Spielklasse kicken, Stefan Zeichmann hätte das Zeug dazu gehabt. Sein Vater war einer der Gründungsväter des Arbeitersportvereins Siegendorf 1930. Siegendorf war Fußballmetropole und Industriestandort mit der Zuckerfabrik. Zeichmanns Vater stirbt früh, sein Sohn übernimmt den Zimmermannbetrieb und spielt Fußball in seiner Heimatgemeinde. In nur 5 Saisonen erzielt er 58 Tore. Er läuft wenig und spielt viel und gut, so werden es Zeitzeugen später in Sankt Margarethen erzählen. 1968 wechselt der erst 24jährige erst zum SV Mattersburg, dann in der Saison 1968/69 als Spielertrainer in die Nachbargemeinde Sankt Margarethen. 

zeichmann 1969

Erster Meistertitel 1969 unter "Ela" Zeichmann: stehend von links: Sektionsleiter Kremsner, Achinger, Wenzl, F. Schuster, E. Schuster, Mayer, Mohl, Blutmager, gebückt: Zeichmann, vorne: Unger, Koch, Rosner, J. Miehl, Weixelbaum; 

Lehrmeister für die "Magreda"

Ob das alles so stimmt, wie es fast 50 Jahre später tradiert wird, sei dahingestellt. Fakt ist: bis 1968 hat Sankt Margarethen in den 10 Jahren seines Bestehens nichts gewonnen, ist einmal durch eine Ligareform aufgestiegen. Die besten Kicker haben in der Saison 1967/68 den Verein verlassen: Johann Miehl spielt beim SC Eisenstadt, Ewald Schuster beim SV Rohrbach. Doch dann kommt Stefan Zeichmann und mit ihm die beiden zuvor Genannten. Sankt Margarethen wird unter dem jungen Spielertrainer auf Anhieb Meister der 1.Klasse und steigt auf! Zeichmann verpasst dem Magreda Spiel System und stellt die Kicker dorthin, wo sie hingehören. Das hilft. 1971 ist der Verein in der Landesliga!

zeichmann 1971

Schon wieder: Meister in der 2. Liga Nord - auf dem Rücken der Fans durch Magredn!

Siegendorfer Hilfe und Magreda Ideen greifen

In die Zweite Liga geht Sankt Margarethen mit gleich vier Legionären - aus Siegendorf. Zeichmann holt Torjäger Stefan Porics, Rudolf Gollubits und Josef Seewald. Mit ihnen wird Sankt Margarethen Meister 1971 und steigt in die Landesliga auf. Stefan Zeichmann und Ewald Schuster gelingt dann ein Husarenstück. Ewald Schusters Nachwuchsteams spielen guten, sehr guten Fußball, die 16 - 17 Jährigen schaffen es unter die Top 3 im Burgenland. Sankt Margarethen setzt ab 1970 auf die "Eigenen". Aber nicht nur auf einen oder zwei, nein fast die gesamte Jugendmannschaft wird bis 1974 den Sprung in die Kampfmannschaft geschafft haben: Josef Hamm ist der erste, der mit 15 sein Debüt gibt, es folgen Gerhard Horvath, Gerhard Kummer, Erwin Schneider, Franz Lohr, Helmut Moser, Klaus Thanhofer, Erwin Müllner - diese Spieler werden teilweise bis in die 1980er und länger (Löwe) in der "Ersten" spielen. Mit Gerhard Horvath und Erwin Schneider werden zwei den Sprung in die Bundesliga schaffen. 

 Auch in der Landesliga funktioniert das Spiel, Sankt Margarethen platziert sich im Mittelfeld. Stefan Zeichmann ist ab der Landesliga nur noch Spieler. Im Juni 1973 verabschiedet sich "Ela" Zeichmann mit einem 4:1 Erfolg in Oberwart aus Sankt Margarethen, standesgemäß auch mit einem Tor. Insgesamt 32 Torferfolge feierte Zeichmann in 114 Meisterschaftsspielen beim SVM. Er führte den Verein zur ersten Ligasain - heuer spielt Sankt Margarethen zum 41. Mal in der Liga ...

 

zeichmann p

Der Verein zieht den Hut vor einem großen Sportsmann und Mensch, der dem SV Sankt Margarethen in ewiger Erinnerung bleiben wird. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Stunde bei seiner Familie.